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Ich studiere Sozialarbeit im 7.Semester und werde dieses Jahr meine
Diplomarbeit verfassen, mit dem Thema „Gemeinwesenarbeit in
Nepal“. Im Zuge meines Berufspraktikums verbrachte ich zwischen
September 2006 und März 2007 ein halbes Jahr im Projekt.
Während der Vorbereitungen für das Praktikum lernte ich die
Leiterin des österreichischen Teams des Vereins „New Society
People“ Fr. DSA Nicky-Kariana Naglstrasser kennen und zufällig
flogen wir gemeinsam nach Nepal. Schon im Flugzeug sprachen wir
ausführlich über die aktuelle Lage des Projekts und ich erfuhr, dass dort
eine Erweiterung des Gebäudes notwendig ist, sowie ein
Frauen-Alphabetisierungsprogramm gestartet werden soll.
In Nepal trafen wir dann Nakul Kunwar, der das New-Society-People Projekt
in Nepal leitet und koordiniert.
Als Nicky-Kariana das Land wieder verließ fuhren Nakul und ich
ins Dorf Kiranticchap, um die ersten Notwendigkeiten abzuklären, bzw. um
das Dorf und ihre Bewohner kennen zu lernen.
Am 3. November kamen wir zurück nach Kathmandu, um Irina Debenjak
abzuholen, die dann auch in unserem Projekt arbeitete. Danach fuhren wir
wieder ins Dorf, um sogleich den Englisch und Mathematik Unterricht in der
Vorschule zu übernehmen, um die Lehrerinnen zu entlasten. Weiters boten
wir für die Jugendlichen des Dorfes einen Englisch-Grammatik-Kurs an.
Meine Eltern konnten von den Bekannten aus meiner Heimat Spenden
in Höhe von 1600 Euro lukrieren, was die Durchführung der
Schulerweiterung ermöglichte.
Nun gibt es zwei Schulräume, worin während des Tages die Kinder
unterrichtet werden und abends die Frauen in Nepali, Schreiben und Lesen
sowie in Mathematik.
Alle Arbeit mit den Kindern scheint nun leichter, das Mittagessen
für die Kinder wird nicht mehr wie früher auf dem Vorplatz der Schule
serviert, sondern auf dem geräumigen Balkon im ersten Stock. Bis jetzt
wurde das Essen von immer einer anderen Familie zubereitet und gebracht,
doch nun sollen die Eltern nur Reis und etwas Gemüse bringen, damit die
angestellte Köchin das Mittagessen zubereiten kann und die Kinder auch
wirklich jeden Tag eine vollständige Mahlzeit bekommen.
Während all der Zeit im Dorf war ich glücklich und zufrieden
mit dem was zu tun war und was wir an Erfolgen verzeichneten.
Das Haus ist vergleichbar mit einer Gemeinwesen-Einrichtung. Die Räume
stehen hauptsächlich Kindern und Frauen zur Verfügung, doch kamen auch
regelmäßig Männer in das Haus, vorwiegend während unserer Bauarbeiten.
Vermutlich verbringen sie nun die Feierabende wieder im Teehaus.
Ich denke dieses Haus sollte ohnehin abends den Frauen vorbehalten sein, um
sich auszutauschen. Denn bis jetzt gab es nichts vergleichbares, wo
täglich alle Frauen miteinander vernetzt wurden.
Durch die lange Zeit die ich im Dorf verbrachte war eine sehr
nahe Erfahrung mit den Bewohnern möglich. Am Beginn war ich als Tourist
sehr dem auf die Probe gestellt sein ausgesetzt. Als ich dann ihre Kinder
in der Schule unterrichtete und am Nachmittag betreute, gewann ich schon
mehr an Akzeptanz. Doch den Respekt zu bekommen ist nur durch die
gemeinsame Bautätigkeit möglich gewesen. Als die Männer sahen, dass ich
auch arbeiten konnte, öffneten sie mir ihr Herz und meine Tätigkeit wurde
mehr und mehr zur Sozialarbeit.
Ich weiß nicht wie viele Stunden ich im Projekt tätig war, denn
zwischen Aufstehen und Schlafengehen war nie Ruhe im Projekt bzw. rund um
mich. Was einerseits für den Erfolg der sozialen Einrichtung sehr gut ist,
doch andererseits mir kaum Möglichkeit zur Abgrenzung ermöglichte.
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